neue [bewusstseins-] form: freisein

das werk Neue Form © P. Hauf 2007-2017

(...) (D)as Bild des bLa-ma [tib.; sprich: lama] (ist), richtig verstanden, etwas unendlich Wertvolles, eine psychokosmische Realität höchsten Grades, die als Einheit des Geistigen und Physischen, als Intensität und Extensität erlebt werden kann. Richtig verstanden ist eben der bLa-ma das Ganze, das, was wir selbst sind. (...) (Guenther 7, p204)

 

(...) Dieses Erlebnis drängt uns, unsere verlorene Ganzheit wiederzugewinnen, nicht durch einen Versuch, die zerbrochenen Teile zusammen zu suchen und ein zerbrechliches Ganzes aus ihnen zu konstruieren, sondern vielmehr durch einen Irrealisationsprozess (...). (Ebd.)

 

(...) (W)ir entkommen dem schwächenden und erdrückenden Gefängnis der rein quantitativen Gedankenwelt. (Ebd.)

 

Das Werk Neue Form beruht auf einer souveränen Entscheidung der Kunst — nicht der Politik — und löst mit einer epochalen Neufassung die 3 fatalen, in der einst künstlich und gewaltsam mit den Mitteln, aber gegen die Regeln der Heraldik eingerichteten Fahne "Schwarz-Rot-Gold von 1848" zur — bewussten oder unbewussten — Beschuppung der Welt bzw. zur metaphysischen Prägung Deutschlands mit der theokratischen "Reichs"-Fiktion auch im Zeitalter der Nationalstaaten zu einem bislang unüberwundenen, im Kern fiktiven "Einheits"-Bild zusammengeschweissten arcana imperii, welche gerade heute im Zuge der unterbelichteten DDR/BRD-"Wiedervereinigung" und unter dem protestantischen Triumvirat Merkel/Schäuble/deMaizière bloß ein weiteres mal in Gestalt eines autoritär-repressiven, sich typischerweise auf eine klandestine staatliche Doppelstruktur (wahlweise incl. Stasi, Mafia, oder, so wie es heute aussieht: beide) stützenden Paradigmas des Regierens um jeden Preis re-installiert werden sollen:

1) den darin verborgenen Kreuzpunkt zweier verschiedener Modelle der Macht;

2) den damit zur Regel erhobenen "Ausnahmezustand";

3) den totalitären Terror des dieses Justitium technisch-autoritär beherrschenden imperium in imperio.

 

Die alte deutsche Fahne "Schwarz-Rot-Gold von 1848" (re-)präsentiert eine hermetische Verbindung der traditionellen heraldischen Farben von "Recht" und "Gewalt" und behauptet damit eine fictio iuris par excellence: die Fiktion einer substanziellen Verbindung zwischen Gewalt und Recht, sowie zwischen Leben und Norm.

entsetzung des rechts

Neue Form: Das Bild der Ent-setzung des Rechts...

"(...) Die Kritik der Gewalt ist die Philosophie ihrer Geschichte. Die "Philosophie" dieser Geschichte deswegen, weil die Idee ihres Ausgangs allein eine kritische, scheidende und entscheidende Einstellung auf ihre zeitlichen Data ermöglicht. Ein nur aufs Nächste gerichteter Blick vermag höchstens ein dialektisches Auf und Ab in den Gestaltungen der Gewalt als rechtsetzender und rechtserhaltender zu gewahren. Dessen Schwankungsgesetz beruht darauf, dass jede rechtserhaltende Gewalt in ihrer Dauer die rechtsetzende, welche in ihr repräsentiert ist, durch die Unterdrückung der feindlichen Gegengewalten indirekt selbst schwächt. (...) Dies währt so lange, bis entweder neue Gewalten oder die früher unterdrückten über die bisher rechtsetzende Gewalt siegen und damit ein neues Recht zu neuem Verfall begründen. Auf der Durchbrechung dieses Umlaufs im Banne der mythischen Rechtsformen, auf der Entsetzung des Rechts samt den Gewalten, auf die es angewiesen ist wie sie auf jenes, zuletzt also der Staatsgewalt, begründet sich ein neues geschichtliches Zeitalter. (...)" WALTER BENJAMIN 1, S. 63f

Der Kampf um das Menschenbild, der Kampf für eine menschliche Kultur wird immer nur von einzelnen Menschen geführt und wird stets bedroht von der Bestie im Menschen. Diese einzelnen Menschen nenne ich Suprematisten. Ihre erste und dringendste Aufgabe ist, unsere Welt in die menschliche Ebene zu heben; diese Welt wird gegenstandslos sein. (...) Durch die Gegenstandslosigkeit oder den Suprematismus wird das wahre menschliche Wesen bestrebt sein, alle Individuen aus dem gegenstandsbefangenen Zustand der Menge zur gegenstandslosen Einheit zu führen. KASIMIR MALEWITSCH, 1922

Jede neue Idee verlangt die ihr gemäße neue Form. (...) Etwas wahrhaft Neues findet für seinen neuen Inhalt auch eine neue Form. KASIMIR MALEWITSCH, 1924

Das kreativ-dekonstruktive Werk Neue Form übersteigt mit (diesen) künstlerischen Mitteln die Limitationen der Sprache — und darin die metaphysische Tradition des Abend- wie auch des Morgenlandes —, zeugt in seiner visuellen Dynamik von der Freiheit als der Dynamik des Seins und zeigt in diesen dadurch grundsätzlich veränderten deutschen Farben ad oculos das — hier deutsch formulierte, aber nicht auf das Deutsche beschränkte — Ziel einer neuen Kommunikationsbewegung auf der nicht-staatlichen Ebene auf, welche der dringend nötigen, individuellen Entwicklung sittlicher, d.h. das Zusammenleben betreffender, Maßstäbe dienen kann, die sich eben nicht mehr an den längst überkommenen und verkrusteten, überlebten und korrumpierten, pseudo-sittlichen, den schönen Schein des aufgeklärten Zeitalters in einer vollkommen sinnlosen Spektakelgesellschaft zelebrierenden Machtstrukturen orientieren, bzw. sich auch nicht mehr von diesen, z. B. hierzulande von einem germanophilen Papsttum oder einem preussisch-protestantischen Absolutismus oder einem mit diesen beiden eng verwandten Neo-Nationalsozialismus (inklusive aller diese Tendenzen bewusst oder unbewusst vertretenden Parteien), einschränken, bestimmen und unterdrücken lassen.

Es überwindet in dieser Realität das gemeinsame Kernproblem der Moderne sowie der Postmoderne: Dass "derselbe Prozess, der die Menschen aus persönlicher und geistiger Abhängigkeit von weltlicher und geistlicher Herrschaft befreit, (...) sie in die völlige Indifferenz, in die Unmöglichkeit, überhaupt noch irgendwelche sittliche (...) Maßstäbe entwickeln zu können, (stürzt)", um es mit den Worten von Rainer Rotermundt zu sagen.

Kein großartiger Zufall und auch kein seltsames Wunder hingegen ist es, dass heute das an sich mit der französischen Revolution von 1793 ein- für allemal erschüttert scheinende ekklesiatische Dogma mit Heeres- bzw. aller nur denkbaren Medienmacht zurückkommt und sich seit dem — vorläufigen? — Ende des Ost-West- Konflikts in seiner — mit jenem anderen, allesverheerenden neoliberalen Faschismus kombinierten — Restauration inszeniert.

Und es ist ebensowenig ein Zufall — wenn es sich dabei nicht um ein- und dasselbe Phänomen handelt —, dass sich die deutsche, um "König Fußball" herum organisierte Kommunikationsmafia (DFB, BitburgerJung_von_Matt, GVK Lüneburg und SachsenFahnen) sofort mit aller falschen Macht und aller ihr skandalöserweise zu Gebote stehenden, illegitimen, staatsterroristischen Juristen-Expertise auf das Werk Neue Form stürzt, um es bandenmäßig und mit aller kriminellen Brutalität der Welt zu zersetzen, in spektakulärem, durch das Einsetzen falscher Zeugen vor einer rechtzeitigen Abmahnung geschützten, Mißbrauch zu entleeren und letztlich, so der Plan, ihrer schmutzigen "Kommunikationsherrscher"- Strategie nachhaltig einzuverleiben: Das, wie jene durchaus hochkarätigen Experten der Kommunikationsbranche ganz zweifelsfrei erkennen, ideale Mittel zum Massenbetrug.

Wie man sieht: Daran hat hier, 2007 - 2009 in Deutschland, alles zu glauben!

Der von dieser — unter den informierten und sehenden Augen der höchstrangigen Politiker agierenden — Mafia beraubte Urheber des begehrten Teils wird nicht nur weiter bandenmäßig eingeschüchtert und bedroht (siehe weiter unten), sondern regelrecht verbannt; — doch, das geht hierzulande, auch wenn man es nicht glauben möchte: Ein klassischer souveräner, gleichwohl (bzw.: gleich übel) vom Mob verfügter Bann wird über ihn verhängt und über die Netzwerke des bereits existierenden "Fußballstaates" (der DFB hat über bundesweit über 6 Millionen Mitglieder in 27.000 Vereinen und eine Armada von auf den Tyrannen Dr. Theo Zwanziger gedrillten Funktionären), also dem Fußvolk jener "Kommunikationsherrscher", gnaden- und rücksichtslos zur Durchführung gebracht!

Der Kampf gegen diese Krake ist für einen Einzelnen — sagen wir — schwierig. Beim DFB handelt es sich um den größten und reichsten Einzelsportverband der Welt, und sein seit 17 Jahren angeschlossener Supersponsor, das Bandenmitglied Bitburger Brauerei, ist einer der größten weltweit operierenden Getränkekonzerne; Jung_von_Matt, die berühmte Werbeagentur/Aktiengesellschaft, weist einen Jahreshonorarumsatz von 560 Millionen Euro auf, und die "kleineren" Gaunerpartner in diesem Bunde, GVK_Gesellschaft_für_visuelle-Kommunikation_Lüneburg sowie SachsenFahnen, sind ebenfalls Unternehmungen, die im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich operieren.

Von diesen fünf Krakenarmen verfügen drei (DFB, Bitburger, Jung_von_Matt) über eigene juristische Stäbe, die sich in ein gemeinsames Motto teilen — "das kann niemand vor uns schützen" — und, wenn es (wie in diesem hier konkret vorliegenden Fall) für diese Allmacht doch einmal brenzlig werden sollte und "einer bockig wird" (so der Justiziar von Jung_von_Matt, Christian Unsinn), zögert der Boss in diesem Laden, der langjährige CDU-Verwaltungsrichter Dr. Theo Zwanziger, nicht lange und engagiert zur externen Überwachung und Inquisition des Delinquenten, sowie zur Abgleichung der Aussagen und Strategien der von diesem Raubopfer "Mann für Mann" anzugehenden bzw. angegangenen Einzelmitglieder die Riesen-Wirtschaftsrechts- und Anwaltskanzlei Beiten_Burkhardt: Und dann wird der Beraubte verklagt bzw. mit Verklagung über dasjenige Bandenmitglied bedroht, dem er einen juristisch unhaltbaren Vorwurf gemacht hatte.

Dagegen kann nur ankommen, wer einen solchen falschen Vorwurf bewusst einsetzt, um die Intrige aufzudecken und die Gangster hereinzulegen ...

Dies ist übrigens die Intrige Nummer 2 in diesem Intrigenspiel (die übermächtige Agentur Jung_von_Matt hat nicht umsonst das Sinnbild der Intrige, das Trojanische Pferd, zu ihrem Firmenzeichen erkoren), die voll ausgespielte verfahrensjuristische Intrige in der Urheberrechtswäsche-Intrige, mit der das gemeinsame Opfer überzogen wurde. Die Gangster kennen keine Gnade, sie wissen, dass sie dieses Werk haben wollen, diese Fahne zu ihrem Fahnenbetrug, und sie überlasten den von ihnen dazu zu vernichtenden Entwerfer und Rechte-Inhaber nach allen Regeln der chinesischen Kriegskunst.

Bzw. denen des blanken Terrors.

Der Kampf um das Menschenbild geht in die nächste Runde ...

 

es werde licht

Die affirmationistische, d. h . im Sinnlichen geschöpfte, Bild-Logik Neue Form ("schwarz- rot- gold in neuer Form"©2007 P. Hauf) ist aus freien Stücken als ein sinnliches Denkwerk entstanden.

Während das reguläre deutsche Hoheitszeichen nur ein — noch dazu tyrannisch-dogmatisch, mythisch-rechtlich beschlagnahmtes — Denken im Akt, und damit nicht das höchste Gut, bedeutet, orientiert die Neue Form auf das Wesen des Denkens selbst: Das Vortrefflichste, das Denken in Potenz, das Denken des Denkens (n. Aristoteles): Eine reine Potenz des Denkens.

Die Dimension des denkerisch autonomen Menschen. Über das Spiel der Synapsen (Agamben) an den Rändern der divinen Matrix.

 

der wertvollste kern - und eine neue politik

Schon in der atemberaubenden Einleitung zu Homo sacer enthüllt Giorgio Agamben in der Vorstellung des "Protagonisten dieses Buches", des nackten Lebens, das heisst des Lebens "des homo sacer, der getötet werden kann, aber nicht geopfert werden darf" (eine "obskure Figur des archaischen römischen Rechts, in der das menschliche Leben einzig in der Form ihrer Ausschließung in die politisch- rechtliche Ordnung eingeschlossen wird"; ders. 2, S.18) die "arcana (...) nicht nur der heiligen Texte der Souveränität sondern allgemeiner noch die Kodices der politischen Macht selbst."

Er schreibt dort: "Diese vielleicht älteste Bedeutung des Begriffes sacer (stellt uns) vor das Rätsel einer Figur des Heiligen diesseits oder jenseits des Religiösen, die das erste Paradigma des politischen Raumes im Abendland bildet. (...) Die Politisierung des nackten Lebes als solches, [das ursprünglich] durch eine Ausschließung eingeschlossen wird [und dabei dem souveränen Bann unterzogen bzw. unterworfen wird], bildet auf jeden Fall das entscheidende Ereignis der Moderne und markiert eine radikale Transformation der klassischen politisch- philosophischen Kategorien." (Ebd., S. 19 u. S. 14)

Die von Agamben anhand der beiden Begriffe für Leben, die die Griechen kannten ("zōé meinte die einfache Tatsache des Lebens, die allen Lebewesen gemein ist [Tieren, Menschen und Göttern], bíos dagegen bezeichnete die Form oder Art und Weise des Lebens, die einem einzelnen oder einer Gruppe eigen ist") getroffene Unterscheidung ermöglicht das klare Verfolgen des Weges, den jener "Protagonist", der schlechterdings mit der zōé identifizierte homo sacer, von der antiken zur modernen Demokratie zurücklegte.

"Die moderne Demokratie (kennzeichnet sich) gegenüber der antiken dadurch, dass sie von Anfang an als eine Einforderung und Freisetzung der zōé erscheint, dass sie unablässig versucht, das nackte Leben selbst in Lebensform zu verwandeln und sozusagen den bíos der zōé zu finden. Daher rührt auch", sagt Agamben, "die spezifische Aporie, die darin besteht, die Freiheit und Glückseligkeit der Menschen am selben Ort — dem "nackten Leben" — ins Spiel bringen zu wollen, der doch ihre Verknechtung bezeichnete."

Dies ist haargenau dieselbe Aporie, die in der deutschen Fahne Schwarz- rot- gold  mit dem "Eintreten" des roten Streifens (das, es wundert nicht, gegen alle Regeln der Heraldik so vorgenommen wird) in die "Sphäre" des schwarz- gelben Reichspaniers sozusagen als ihre eigene unübertreffliche Darstellung zustande kam.

Dieses visual, die Bild-Logik einer — dieser — Aporie als staatliches Hoheitszeichen, als visuelles Dispositiv einer Ordnung, die in ihrem Äusseren demokratisch scheinen mag*, die in ihrem Innersten jedoch zur selben Zeit den erbittertsten Feind der Demokratie verbirgt — den alles nackte Leben ausnehmenden Totalitarismus —  schreibt sozusagen die darauf folgende Geschichte der Moderne mit:

Und zwar einerseits als die Feder jenes historischen "Protagonisten", wie Agamben 'seinen' homo sacer nennt, der in "dem langen antagonistischen Prozess (der Demokratie), der zur Anerkennung der Menschenrechte und der formalen Freiheiten führt" (ebd., S. 20), siegreich ist, andererseits aber, da er sich nur zum Preis seiner eigenen Ausnahme in der Position befindet, die er — und mit ihm alles nackte Leben — (in derselben Demokratie) einnimmt, als gerade die Tafel (auf der er soeben noch, als er "den Gipfel erreicht zu haben schien" ([ebd.], den endgültigen Triumph über seinen Gegner vermerken wollte), die ihm jetzt gleichsam die Rechnung serviert, die er nie zu Gesicht bekommen wollte: "Wider alles Erwarten (erwies sich die Demokratie) als unfähig, jene zōé vor einem nie dagewesenen Ruin zu bewahren, zu deren Befreiung und Glückseligkeit sie alle ihre Kräfte aufgeboten hatte." (ebd.)

Jene Aporie, die den Niedergang der modernen Demokratie bereits von ihrem Anbeginn an als Keim in sich getragen hatte, hat "die Tafel, die mitschrieb", unbrauchbar gemacht und jene Feder unnützt werden lassen. So hat sich auch die Fahne Schwarz- rot- gold schließlich kurzgeschlossen und selbst entwertet. Sie ist als Leitmotiv überkommen, überlebt — ungültig geworden.

Jene Aporie ließ die Demokratie in die vollkommene Sinnlosigkeit der Spektakel-Gesellschaft (ebd., S. 21) münden (deren reinsten Ausdruck der Slogan des DFB 2008 darstellen dürfte: Fußball ist Zukunft).

Agamben wagt — "angesichts der Dringlichkeit der Katastrophe", wie er an anderer Stelle einmal sagt — "wenn auch mit aller Vorsicht", eine "These von einer inneren Solidarität zwischen Demokratie und Totalitarismus": "sie allein" erlaube es jedoch, "uns angesichts der neuen Realitäten und der unvorhergesehenen Konvergenzen (...) zu orientieren und das Feld für jene neue Politik frei zu machen, die im wesentlichen noch zu erfinden bleibt." (ebd., S.21)

Diese Kritik kumuliert (nachdem der Philosoph den "unerbittlichen und methodischen Versuch, die Spaltung, die das Volk teilt, durch die radikale Eliminierung des 'volks' [sic; Agamben unterscheidet hier zwischen 'volk' mit Minuskel, und 'Volk' mit Majuskel, den obsessiv angestrebt geschlossenen politischen Körper 'Volk' und die dabei Ausgeschlossenen, das 'volk'] der Ausgeschlossenen zu schließen" als etwas definiert hat, das, "nach verschiedenen Modalitäten und Horizonten, die Rechte und die Linke, kapitalistische und sozialistische Länder [verbindet]") anhand des Beispiels von dem wie gesagt in seiner innersten Bestrebung mit derjenigen der "sozialistische(n) Länder" verbundenen "demokratisch-kapitalistischen Projekt, mittels Entwicklung die armen Klassen zu eliminieren" in der Feststellung, dieses reproduziere "nicht nur in seinem eigenen Inneren das 'volk' der Ausgeschlossenen, sondern verwandelt alle Bevölkerungen der Dritten Welt in nacktes Leben [Agambens Chiffre für 'volk', wie an dieser Stelle eindeutig wird]"

Er fährt fort: "Nur eine Politik, die der fundamentalen biopolitischen Spaltung des Abendlandes [die eben aus dem "biopolitischen Projekt der Herstellung eines bruchlosen Volkes" selbst rührt] Rechnung trägt, wird diese Oszillation anhalten können und dem Bürgerkrieg, der die Völker und die Staaten teilt, ein Ende setzen." (ebd., S. 188f)

Und er stellt die entscheidende Frage, die die Neue Form zu beantworten meint: "Bedarf die zōé wirklich der Politisierung, oder ist das Politische etwa bereits als ihr wertvollster Kern in ihr enthalten?"

Die Neue Form bringt in der Darstellung einer Ausnahme jener Ausnahme der zōé ein solches neues Politisches zum Tragen: Die immanente Ausnahme.

Das folgende Verdikt Agambens lässt sich also in gewisser Weise gerade doch — durch eine Ausnahme der Ausnahme — meistern: "Solange keine völlig neue — und das heisst nicht mehr auf die exceptio des nackten Lebens gegründete — Politik da ist, wird jede Theorie und jede Praxis in einer Sackgasse stecken bleiben, und der 'schöne Tag' des Lebens [eine klassische Stelle in der Politik des Aristoteles, euhemeria: schöner Tag; wird gängig übersetzt mit 'ein gewisses Glücksgefühl' (Pol. 1278b, 23-30)] wird das politische Bürgerrecht nur über Blut und Tod erlangen oder in der vollkommenen Sinnlosigkeit, zu der es die Spektakel-Gesellschaft verdammt." (Ebd.)

Nun, nachdem sich die Avantgarde der Spektakelgesellschaft in extrem brutaler Manier ausgerechnet das Werk hermetisch unterschlagen und sich an seinen (bei vorauszusetzender Ungeheuerlichkeit an sich ganz simpel per Besetzung der befreiten Signifikanz bzw. Signifikanz der Befreiung des Daseins und der Freiheit des Wesens der Existenz durch pseudo-staatliche und kommerzielle Embleme zu bewerkstelligenden) totalitären Missbrauch gemacht hat, das Werk, das meint, diejenige Lebensform zu erfassen und seine Darstellung zu meistern, die "zugleich die Aufgabe und das Rätsel der abendländischen Metaphysik bildet" (ebd., S. 198) ... was wird geschehen? Es zeichnet sich bereits in der ersten Aktion der verbrecherischen Akteure, der Kampagne "Heimspiel" anlässlich der Fußball-EM 2008, ab: sie reinszenieren die für das Lager charakteristische Ununterscheidbarkeit von Staat und Haus. Den — diesmal gleich "privatwirtschaftlichen" bzw. direkt der Geldmacht unterstehenden — KZ-Staat.

Seine Insassen wissen noch gar nichts von ihrem neuen Glück.

 

 

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* (obwohl sich der König von Preussen, Friedrich Wilhelm IV., bereits zur Zeit des Aufkommens dieser Fahne am Beginn der deutschen Demokratie schon so darüber amüsierte, dass er sie — unter dem Jubel der von ihm damit auf den Arm genommenen schwarz- rot- goldenen Afficionados — sogar einmal selbst aus dem Fenster seines Berliner Schlosses hängte)