neue [bewusstseins-] form: freisein

das werk Neue Form © P. Hauf 2007-2017

"Das Werk (...) hat sein eigentliches Sein nicht erst in einem erlebenden Ich, das sagt, meint oder zeigt und dessen Gesagtes, Gemeintes oder Gezeigtes seine Bedeutung wäre. Sein Sein besteht nicht darin, dass es zum Erlebnis wird, sondern es ist selbst durch sein eigenes Dasein ein Ereignis, ein Stoß, der alles Bisherige und Gewohnte umstößt, ein Stoß, in dem sich Welt öffnet, die so nie da war." (H.- G. Gadamer 1, S. 106)

 

Das Entscheidende an dem Werk Neue Form (2007 P. Hauf) ist, dass es dem gleichnamigen, europluralen Projekt ein Mittel ohne Zweck (G. Agamben) zur Verfügung stellt; und das ist letzten Endes auch der Grund dafür, dass es um jeden Preis von einem Kartell kriminogener deutscher Juristen — sozusagen in besonders privatimer Ausübung ihres Amtes, in Kooperation mit der Mafia und, bei genauerem Hinsehen, wie Alles und JedeR — entrechtlicht, entrechtet, unterschlagen, geraubt, also versklavt und (angeführt vom Scheusslichen Schäuble und gedeckt von der Marklosen Merkel) in das dann demagogische Signet ihres alten, satanischen Tyrannei-Projekts namens Deutsches Reich (criminally DDR-reloaded) verdreht — in seinem eigentlichen Sein (siehe oben) also überwälzt und neutralisiert, aber in seinem Gestus des Neuen geradenwegs missbraucht — zu werden versucht wird bzw. faktisch schon wird (siehe Text und Abbildungen rechts).

 

 

neue form | neues paradigma

Die Neue Form drückt in dieser Begründung aus einem Konzept des Ganzen eine morphologische Neufassung des Verhältnisses von Raum und Zeit aus (Vgl. H. H. Holz 2, S. 206), adäquat zum in der "Relativitätstheorie ausgearbeitete(n) ontologische(n) Modell der Einheit von Materie, Raum und Zeit" (Ebd.), die zur Zeit der Gestaltung der Trikolore Schwarz-rot-gold, in der das Weltbild der klassischen Physik Newtons vorherrschte, noch lange nicht in Sicht war.

Sie stellt damit — längst überfällig — den fundamentalen Paradigmenwechsel dar, der bereits das 20. Jahrhundert bestimmte (— eine Tatsache, die die politische Reaktion als "Siegerin in der Schlacht gegen die Moderne" heute, wie bekanntlich seinerzeit schon unter den Nazis, als Ganzes nicht wahrhaben möchte und — wie man anhand der grausamen und bereits als psychopathisch zu benennenden Antwort derselben auf die Veröffentlichung der Gestaltung Neue Form ohne weiteres sehen kann — mit allen nur erdenklichen Mitteln, eben Unterschlagung, Annexion, Fälschung und so weiter, um jeden Preis zu unterdrücken sucht —), "der nicht nur die Physik oder die Naturwissenschaften, sondern das Weltverständnis überhaupt und damit auch die Kunst betrifft. Der Übergang von der klassischen Physik Newtons zur relativistischen Physik Einsteins verändert ja grundlegend die Auffassung von Raum und Zeit. Newton hat die Existenz eines absolut leeren Raumes angenommen, in dem sich die körperlichen Dinge befinden, in dem sie einen bestimmten durch ihre Koordinaten definierten Raumabschnitt einnehmen; und analog dazu hat er die Zeit als eine Seinsform aufgefasst, die unabhängig von den einzelnen Seienden besteht. Die Absolutheit von Raum und Zeit hat er auf Gott bezogen, der sozusagen ausserhalb der Welt hockt und diese als ein raum-zeitliches Ganzes betrachtet. Demgegenüber werden Raum und Zeit von Einstein als abhängige Funktionen der Körper in ihrer Beziehung aufeinander bestimmt. (...) Die der euklidischen Geometrie und der archimedischen Physik (deren Axiome auch noch für das Newtonsche Weltbild galten) entsprechende Kunst wird dahin gedrängt, ihre Darstellungen auf einen Raum zu beziehen, in dem sich das Dargestellte befindet (...). Erst mit der Relativitätstheorie (...) wird auch weltanschaulich (das heisst in unserem Falle: für die Kunst) eine offene Entwicklung von Lageverhältnissen als Prinzip der Formkonstitution möglich." (Ebd.)

Das Offene nach Holz

"Ein Paradigma ist also weder eine nur aus der Empirie abgeleitete Abstraktion noch ist es eine reine Erfindung des systematischen konstruierenden Verstandes; es hat sowohl eine induktivistische wie eine spekulative Komponente (Spekulativ nenne ich solche Entwürfe, die einen nicht empirisch überprüfbaren Gegenstand haben, insbesondere also jede philosophische Theorie der Welt im Ganzen [Totalität]. Vgl. H.H. Holz, Natur und Gehalt spekulativer Sätze, Köln 1980).

Während (...) instrumentelle Rationalität, die auf Verwirklichung von Zwecken gerichtet ist, als Bedingung ihrer Möglichkeit die Endlichkeit des Systems, innerhalb dessen sie effektiv werden soll, setzen muss und deshalb an den Grenzen des von ihr gesetzten Systems in Irrationalität umschlägt, ist dialektische Rationalität auf den prinzipiell unabschließbaren Horizont der unendlichen Welt bezogen und kann sich nicht in der Erfüllung von Zwecken, sondern nur in der Angabe von Konstruktionsweisen manifestieren. Und einer solchen spekulativen Konstruktionsweise bedarf es, wenn die instrumentell-rationalen Teilsysteme nicht von ihren Grenzen her wieder irrational werden sollen. Sonst müssten nämlich die Zwecke willkürlich und ohne Begründung aus einem Konzept des Ganzen gesetzt werden.

Jedes Paradigma trägt so die Tendenz in sich, seine eigene Absolutheit aufzuheben und sich im historischen Fortschritt in ein neues Paradigma aufzulösen." (Ebd., S. 207f)